Hochzeitsrituale und Hochzeitszeremonien – was ist das richtige Ritual für eure freie Trauung? Teil I

 

Wenn man sich im Internet über freie Trauungen informiert, kommt man recht schnell auf das Thema verschiedener Rituale und Zeremonien, die gern zum Einsatz bei Trauungen kommen. Persönlich finde ich es wichtig, dass ein Ritual nicht durchgeführt wird, „weil man es halt so macht“. Eine freie Trauung kann wirklich frei und ganz nach euren Wünschen gestaltet werden – zu keinem Zeitpunkt solltet ihr euch gezwungen fühlen, etwas zu machen, weil ihr das Gefühl habt, dass „man es so macht“. Ein Hochzeitsritual sollte dann durchgeführt werden, wenn es sich für euch richtig anfühlt und ihr euch in einem solchen emotional wiederfindet. Im Folgenden möchte ich euch einige Rituale vorstellen – vielleicht ist das richtige schon dabei. Und wenn nicht – dann lasst uns doch zusammen ein neues Ritual kreieren, das ganz auf euch zugeschnitten ist!

 

 1. Die Sandzeremonie / das Sandritual

 

Der Ursprung dieses Rituals liegt in den USA und wurde seit den 2000ern bis heute immer populärer. Das Schöne an diesem Ritual ist, dass man auch seine Kinder (und auch Verwandte oder engen Freunde) einbinden kann. Jeder der Beteiligten nimmt ein Gefäß mit jeweils anders farbigem Sand in die Hand. Dabei kann man die verschiedenen Farben des Sandes an das Farbkonzept der Hochzeit anpassen. Nun schütten alle Beteiligten ihren Sand abwechselnd in ein größeres Gefäß, sodass der Sand ein wunderschönes, einzigartiges Muster ergibt. Im Anschluss wird das Gefäß fest verschlossen. Von nun an sind die einzelnen Schichten im Sand für immer und untrennbar miteinander verwoben, so wie das Paar (und evtl. auch andere Teilnehmer am Ritual) von nun an untrennbar miteinander verbunden ist. Dieses Ritual lässt sich noch persönlicher gestalten, wenn das Paar Sand von Orten nimmt, die eine tiefe Bedeutung haben – vielleicht vom Strand, an dem der Heiratsantrag war? Vielleicht vom See, an dem ihr euch zum ersten Mal getroffen habt? Eine schöne Variante durfte ich auch einmal bei einer Trauzeremonie durchführen: Das Brautpaar, ihre Tochter und das kleine Baby schütteten aus einem sehr kleinen, hübschen Reagenzglas Sand in ein kleines Gefäß. Dieses wurde in die Grundmauern des Hauses eingemauert, das diese  Familie gerade gebaut hat. 

 2. Ring Warming Zeremonie – das Segnen eurer Ringe durch eure Hochzeitsgäste

 

Man vermutet den Ursprung dieses wunderschönen Rituals in den Hochzeitsbräuchen Irlands. Εs läuft folgendermaßen ab: Durch die Reihen der Hochzeitsgäste wird ein Band gelegt. Dann werden die Ringe durch das Band gezogen und können nun durch die Reihen gereicht werden. Am besten ist es, wenn die Traurednerin oder eine andere Vertrauensperson kurz das Ring Warming ankündigt, damit alles glatt läuft und jeder weiß, was nun geschieht. Jeder Gast nimmt dann die Ringe in die Hand und gibt ihnen nicht nur die Wärme seiner Hände, sondern auch gute Wünsche, Segnungen und Liebe für das Brautpaar mit. Dann kehren die Ringe zum Paar zurück und der Ringtausch kann beginnen. Es ist ein schönes Symbol dafür, in eine Gemeinschaft voller Liebe und Zuneigung eingebunden zu sein. Wenn eure Gästeliste sehr lang ist und das Ritual damit zu lange dauern würde, gibt es eine weitere Möglichkeit. Eine Vertrauensperson hält die Ringe vor der Zeremonie bereit und jeder kann die Ringe mit seinen guten Wünschen in die Hände nehmen und erst hiernach zu seinem Platz gehen. Eine weitere schöne Variante durfte ich in einer freien Trauung miterleben: Während der Traugespräche fiel mir auf, dass dem Paar bestimmte Menschen in ihrem Freundeskreis seit vielen Jahren sehr wichtig waren und dass diese besonders viel Anteil an ihrem Leben hatten. So habe ich vorgeschlagen, ein Ritual mit genau diesen acht Freunden zu kreieren. Im Vorfeld habe ich alle acht kontaktiert und jeder schrieb einen Segen, den er gern dem Paar mitgeben würde – jeder zu einem anderen Aspekt der Liebe. Das Ritual selbst lief so ab, dass sich die acht Freunde im Kreis um das Paar stellten. Jeder nahm die Schale mit den Ringen in die Hand und gab seine persönlichen Worte dem Paar mit. Zum Schluss nahm die Trauzeugin der Braut die Ringe und hielt eine längere Ansprache. Sodann habe ich dem Paar die Fragen des Trauversprechens gestellt und die Trauzeugin reichte den beiden die Ringe zum Ringtausch.

 

 3. Das Anzünden einer Hochzeitskerze

 

Die Ursprünge dieses Brauches liegen im Dunkeln. Jedoch ist dieser Brauch verstärkt ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in amerikanischen Hochzeiten zu beobachten, wo er „unity candle ritual“ genannt wird. Diese Zeremonie symbolisiert die Verschmelzung zweier Individuen in einer Hochzeit. Manche sagen auch, dass die Flammen der Kerze zusätzlich auch die Leidenschaft des Brautpaares füreinander symbolisieren. Das Schöne an diesem Ritual ist es, dass auch die Familien in den Ablauf eingebunden werden können: Bevor sich die Eltern des Brautpaares setzen, zünden traditionell die beiden Mütter eine schmale Kerze an und stellen sie neben die Hochzeitskerze. Nachdem das Paar das Trauversprechen gesprochen hat und Ja zueinander gesagt hat, zünden sie mit den beiden schmalen Kerzen die Hochzeitskerze an. Wenn ihr draußen heiratet, könnt ihr auch ein Windlicht nehmen, damit der Wind nicht eure Hochzeitskerze zum Erlöschen bringen kann. Die beiden schmalen Kerzen können entweder ausgepustet werden, nachdem sie die Hochzeitskerze angezündet haben, um die Einheit des Paares zu symbolisieren – oder die beiden Kerzen bleiben neben der Hochzeitskerze angezündet, um zu symbolisieren, dass beide Partner ihre Individualität auch in der Einheit behalten. Natürlich könnt ihr eure Kerze auch passend zu eurem Farbkonzept eurer Trauung gestalten.

 

Vielleicht war schon in diesem ersten Teil zum Thema der Hochzeitsrituale das perfekte Ritual für euch dabei. Und wenn nicht – dann freut euch auf Teil zwei!

 

Eure Stella

 

 

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