Juhu! Du bist Trauzeuge oder Trauzeugin geworden!

Ein wahrer Freund

trägt mehr zu

unserem Glück bei, 

als tausend Feinde 

zu unserem Unglück. 

Marie von Ebner-Eschenbach

 

 

Du wurdest gerade von einem Menschen, der dir sehr nah ist, gefragt, ob du ihre oder seine Trauzeuge oder Trauzeugin werden willst. Die Freude ist groß – es ist eine große Ehre und ein tiefer Vertrauensbeweis. Die Hochzeit ist der Tag, an dem ein Paar seine Liebe und Verbundenheit feiert – und einen anderen Menschen in die Gestaltung dieses Tages einzubeziehen, bedeutet, ihr oder ihm viel Vertrauen entgegenzubringen. Doch was sind eigentlich die Aufgaben eines Trauzeugen? Wenn man einen entsprechenden Suchbegriff bei Google oder den anderen Suchmaschinen eingibt, kommen unglaublich viele Artikel, die unglaublich viele Pflichten einer Trauzeugin oder eines Trauzeugen auflisten. Die Organisation des Junggesellinnenabschieds, die Unterstützung bei der Planung von Location bis zum Kleid, das Mitgestalten der Dekorationen. Uff. Ganz schön viel Verantwortung. Ganz schön viel Druck. Das kann schon fast erschrecken und die Freude an der gemeinsamen Zeit nehmen, in der man diesen einen wunderschönen Hochzeitstag plant.

 

Ich möchte an dieser Stelle keine weitere Liste der Pflichten einer Trauzeugin oder eines Trauzeugen bieten – diese gibt es schon. Ich möchte euch hier etwas sehr Persönliches erzählen, um ein wenig den Druck von euren Schultern zu nehmen – von meiner eigenen Trauzeugin möchte ich erzählen. Wir haben keine Dekoration zusammen gebastelt. Mein JGA war nicht vollgepackt mit Erlebnissen. Und das Hochzeitskleid habe ich in einer relativ chaotischen Tour mit meiner Mama sehr kurzentschlossen gekauft. Meine Trauzeugin hat mir viel mehr geschenkt – ihre Zeit und ihre Hingabe, an meiner Seite zu sein, an meiner Hochzeit und auch sonst jederzeit. Wir beide kennen uns seit Kindertagen. In der dritten Klasse war ich in der Theater AG, während sie im Chor sang. Bei einem gemeinsamen Auftritt lernten wir uns schließlich kennen. Seit dem sind wir, die wir sehr nah beieinander wohnten, jeden Tag gemeinsam zur Schule gelaufen. Wir wussten jedoch leider nicht, wie wir heißen – und ja, auch einem Kind fällt auf, dass es irgendwann zu peinlich ist, um nach dem Namen zu fragen J Unsere Namen fanden wir in der 7. Klasse heraus, als wir in eine gemeinsame Klasse gingen und nebeneinander saßen. Als wir unser Studium begannen, sie ihr Lehramtsstudium und ich mein erstes Dualstudium im Finanzamt, sahen wir uns seltener. Und schließlich zogen wir in verschiedene Städte und wir sahen uns selten. Die Verbundenheit blieb. Als ich mit der Planung unserer Hochzeit anfing, war klar – nur sie kann meine Trauzeugin sein – und sie hat Ja gesagt J In allem, was sie in dieser Zeit für mich getan hat, hat sie gezeigt, wie sehr sie mich kennt. Wie sehr sie darum weiß, dass ich das Bedürfnis habe, lieber mit allen Standards zu brechen, als etwas zu tun, was meinem Naturell widerspricht. Und so hat sie mir den schönsten JGA gestaltet, den ich mir vorstellen kann: Gemütlich, an einem späten, verschneiten Dezemberabend hat sie meine liebsten Menschen in einer kleinen Bar versammelt und wir haben gemeinsam gequatscht, Cocktails getrunken und vor allem gelacht. Ich hätte mir nichts anderes wünschen können. Bei der standesamtlichen Trauung in Weinheim an einem wunderschönen, sonnigen Dezembertag im gemütlichen, dunkel vertäfelten Trauzimmer hat sie meine Hand gehalten. Sie war einfach da. Immer. Mehr hätte sie nicht für mich tun können. Sie war bei mir als wir alle auf den Termin warteten und nahm mir die Aufregung, sie streichelte sacht über meine Hand während der Trauzeremonie und sie war immer die gute Fee im Hintergrund bei der Feier danach – ohne viele Worte, aber immer bemerkbar in ihrer liebevollen, sanften Art.

 

Was ich mit all dem sagen will ist, habt keine Angst vor all den Aufgaben, die man angeblich erfüllen müsste. Jede Braut wird ihrer Trauzeugin einfach dankbar sein, wenn sie ihr die Spannung und den Druck nimmt, unter dem viele Bräute stehen, den Druck perfekt sein zu müssen, nicht zur Ruhe kommen zu dürfen. Für mich ist das die wichtigste Aufgabe einer Trauzeugin – seid einfach da, habt nicht das Gefühl, etwas leisten zu müssen.  Genießt diese wundervolle Zeit zusammen und nehmt sie bewusst wahr. Ich wünsche euch von Herzen eine großartige Zeit als Freunde, die euch noch fester zusammenschweißt – ganz ohne Stress und Pflichten.

 

 

 

 

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